50 Millionen Euro Investition: SPD-Delegation besucht H.C. Starck Tungsten: 50-Millionen-Investition ist starkes Signal für den Industriestandort Goslar
Goslar/Oker. Eine Investition von rund 50 Millionen Euro in den Ausbau des
Wolfram-Recyclings bei H.C. Starck Tungsten ist ein starkes Signal für den
Industriestandort Goslar. Bei einem Besuch einer Delegation der SPD-
Ratsfraktion und des SPD-Ortsvereins informierten sich die
Kommunalpolitikerinnen und -politiker über das geplante Großprojekt, die
Zukunft des Standortes und die Herausforderungen, vor denen die
energieintensive Industrie derzeit steht.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die geplante Erweiterung der
Recyclingaktivitäten. Die Verarbeitungskapazität am Standort soll auf rund
7.000 Tonnen Wolfram pro Jahr steigen. Damit entsteht in Goslar nach
Unternehmensangaben die größte Anlage zum Wolfram-Recycling in Europa.
Zugleich soll der Rohstoffbedarf der lokalen Produktion künftig nahezu
vollständig durch recyceltes Wolfram gedeckt werden.
„Das ist ein großartiges Zeichen – gerade in der jetzigen Zeit“, betonte Martin
Mahnkopf, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, nach dem Rundgang. Die
Entscheidung für die Millioneninvestition zeige, dass der Standort Goslar über
enormes Potenzial verfüge und dass sich Investitionen in vorhandene
industrielle Strukturen lohnten.
Besonders beeindruckt zeigte sich die Delegation vom vorhandenen Know-how
und den gewachsenen technischen Strukturen. Geschäftsführer Dr. Hady
Seyeda machte deutlich, dass die besondere Stärke des Standortes gerade in
der Kombination aus vorhandenen Anlagen, jahrzehntelanger Erfahrung und
dem Wissen der Beschäftigten liege. Eine vergleichbare Infrastruktur an einem
anderen Ort vollständig neu aufzubauen, wäre nicht nur technisch
anspruchsvoll, sondern auch wirtschaftlich kaum kurzfristig zu realisieren.
„In der Diskussion mit dem Mutterkonzern haben uns das Fachwissen unserer
Mitarbeitenden und die starke, vorhandene Struktur in die Karten gespielt “,
machte Seyeda deutlich. Gleichzeitig stehe das Unternehmen unter
erheblichem, zunehmendem internationalem Wettbewerbsdruck. Man
konkurriert unter anderem mit chinesischen Wettbewerbern, die von
erheblicher staatlicher Unterstützung profitieren. Die hohen Energiekosten
stellten ebenso eine Belastung dar wie der Aufwand für die zunehmende EU-
Regulierung. Nicht jede Regelung sei unsinnig, so Seyeda, doch zu viele Vorgaben führten im internationalen Vergleich zu erheblichen Mehrkosten
und damit Standortnachteilen.
Für die SPD ist nach Aussagen der Delegation absolut klar: „Wir wissen um den
Wert unserer starken Metallindustrie vor Ort. Es geht um eine enorme
Wertschöpfung, auch im Vergleich mit anderen Branchen.“ Elke Brummer
begrüßte die Perspektive zusätzlicher Arbeitsplätze: „Dieser Ausbau bedeutet
auch einen Zuwachs an Jobs. Das ist für Goslar eine sehr gute Nachricht.“
Jens Kloppenburg ergänzte: „Wir dürfen nicht nachlassen, uns weiterhin aktiv
um den Erhalt und die Sicherung von Industriearbeitsplätzen zu kümmern.“
Gerade in Zeiten hoher Energiepreise und eines verschärften internationalen
Wettbewerbs müsse die Politik dafür sorgen, dass industrielle Wertschöpfung
in Deutschland eine Zukunft habe.
Das Recycling leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Sicherung
kritischer Rohstoffe. H.C. Starck Tungsten bündelt seine Recyclingkompetenz
bereits seit Jahrzehnten am Standort Goslar. Nach Unternehmensangaben
werden hier aktuell rund 80 Prozent des Wolframbedarfs aus Recycling
gedeckt; mit dem Ausbau soll dieser Anteil auf nahezu 100 Prozent anwachsen.
„Die erheblichen planerischen Herausforderungen wird mein Team
bewältigen. Ich gehe auch davon aus, dass wir im Zeitplan bleiben “, erklärte
Dr. Andreas Wittig, der die SPD-Delegation fachkundig über das Werksgelände
führte und als aktueller Projektleiter maßgeblich mit der Umsetzung des
Projektes befasst ist. Die Investition soll nun schnellstmöglich realisiert
werden. Die Bauarbeiten sollen nach den derzeitigen Planungen im November
beginnen und im Laufe des Jahres 2028 abgeschlossen werden, während die
Produktion weiterläuft. Wittig lobte ausdrücklich das gute Miteinander vor
Ort: „Es wird fair, zielorientiert und effektiv zusammengearbeitet.“
Für Martin Mahnkopf hatte der Besuch zudem eine persönliche Seite. „Ich
fühlte mich ein Stück weit in alte Zeiten zurückversetzt“, sagte der SPD-
Fraktionsvorsitzende. Während seines Studiums habe er selbst als
Hilfsarbeiter bei H.C. Starck am Ofen mehrere Jahre im Schichtbetrieb sehr
gerne gearbeitet und sich damit sein Studium mitfinanziert. „Und dieser
typische Geruch hier weckt in mir die besten Erinnerungen. Für mich war es
eine unglaublich wertvolle Erfahrung mit einem besonderen Blick auf
industrielle Abläufe, Arbeitsprozesse und die Menschen vor Ort.“
Fazit der SPD: Die Investition bei H.C. Starck Tungsten ist weit mehr als ein
einzelnes Unternehmensprojekt. Sie steht für Recycling, Rohstoffsicherheit,
technologische Kompetenz und die Zukunft industrieller Arbeitsplätze in
Goslar. Das ist eine großartige Nachricht. Chapeau vor dem Engagement der
Verantwortlichen.